Feierliche Einweihung des Sebastian Kneipp-Platzes

Es ist schon zur guten Tradition geworden, dass der Deutsche Kneippbund, Bad Wörishofen, seine 600 Kneipp-Vereine alljährlich an Sebastian Kneipps Geburtstag, dem 17.Mai, zur Feier eines sog. „Kneipp-Aktionstag“ aufruft.
Die Einweihungsfeier des Sebastian Kneipp Platzes zwischen Thermalbad und Haus des Gastes am östlichen, neu gestalteten Kurparkeingang, an Kneipps 193.Geburtstag vergangenen Samstag kam nicht von ungefähr, hatte doch der Kneipp-Verein Bad Bergzabern bei der Stadt erfolgreich den Festtagstermin einplanen lassen.
Intoniert wurde die gut besuchte Open-Air-Veranstaltung bei strahlendem Frühlingswetter vom Südpfalz-Brass-Quintett mit Peter Kusenbach.
„Hausherr“ Bürgermeister Bratz hieß in seiner Begrüßungsrede den in Vertretung der Kneippbund-Präsidentin Caspers-Merk aus Bad Wörishofen angereisten Kneippbund-Schatzmeister, 2. Bürgermeister Stefan Welzel und Martina Speier vom Kneipp-Verein Ludwigshafen, willkommen.
Ausführlich ging Bratz auf die gesundheitspolitische Bedeutung der Kneippbewegung in heutiger Zeit ein, die bis heute nichts an Aktualität im Hinblick auf Prävention im Sinne von gesundem Leben eingebüßt habe. Sebastian Kneipp sei ein Vorbild und beispielgebend für eine glückliche Verbindung von seelsorgerischem Engagement und einer praktischen gesundheitlichen Hilfe für Tausende von Menschen. Kneipp appelliere in seiner Lehre an die Eigenverantwortung der Menschen für die Bewahrung der Gesundheit als eines der höchsten Lebensgüter. Und Bratz weiter: Der neu gestaltete Kurparkeingang ist eine Bereicherung für das Heilbad. Er werde auf Initiative des Kneipp-Vereins heute zum „Sebastian Kneipp Platz“, in den sich die nunmehr drei repräsentativen Stationen, nämlich das Mosaik vom Kurheim Brehm, die fünf Stelen mit den Kneippschen Gesundheitselementen und der feierlich zu enthüllende Gedenkstein, sinnvoll einfügen. Bratz bedankte sich beim Kneipp-Verein für seine aktive Mitwirkung bei der Schaffung einer kurativen Infrastruktur.

Ein weiterer Programmpunkt der Feier waren die Lied- und Tanzdarbietungen der Kinder vom Kneipp-Kindergarten St.Martin unter Leitung von Helena Barzen und Heidi Braun.



Gesang und Tanz der Kindergarten-Kinder des Kneipp-Kindergartens St.Martin

Sie zeigten spielerisch eine breite Palette von Bewegungsmöglichkeiten, wie Hüpfen, Laufen, Zappeln und Winken, mit netten Reimen unterlegt. Dabei tönten die Kleinen „Bewegung ist der Hit, wir machen alle mit, Bewegung hält uns fit!“

Kneipp-Vereinsvorsitzender Badearzt Dr.Hassinger richtete Grüße der Kneippbund-Landesvorsitzenden Apollonia Rahn, Speyer, und der Vorsitzenden des Kneipp-Vereins Amberg, Evelin Hensel, aus.  Er freue und bedanke sich dafür, dass die Stadt dem Namensvorschlag „Sebastian Kneipp Platz“ des Kneipp-Vereins gefolgt sei. Sein besonderer Dank galt den Programm-Mitgestaltern, dem Kiga St.Martin und dem Brass-Quintett von Peter Kusenbach.
Ebenfalls dankte er den Sponsoren, dem Hotel Seeblick und dem Weingut Hitziger für Speis´ und Trank. Schließlich sprach Hassinger der VR Bank Südliche Weinstraße Anerkennung für eine größere Spende zur Gestaltung des Gedenksteins und den Stadtwerken Bad Bergzabern für das Aufstellen und sichere Verankern desselben aus.
Hassinger begründete den Namensantrag an die Verwaltung mit der langen Kneippkur-Tradition unserer Stadt, die bis in die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts zurückreiche. Zwei Daten hob er hervor: 1893 Gründung des Kneipp-Vereins durch den Kaltwasser-Heilanstalt-Verwalter Eduard Tischberger und 1896 Vortrag von Pfarrer Sebastian Kneipp in Bergzabern anläßlich seiner Reise durch die Bayrische Pfalz.
Kneipp-Heilbad und gleichzeitig Staatsbad wurde Bergzabern 1964.
An Aktivitäten des Kneipp-Vereins nach der Jahrhundertwende sind laut Hassinger zu nennen: Schaffung des Kneipp-Lehrpfads, Entwicklung des Kiga St.Martin zum Kneipp-Kindergarten, die regelmäßigen Gesundheitsvorträge, die alljährliche Kur-Tour nach Bad Wörishofen, die Mitarbeit im Kneippbund-Landesvorstand Rheinland-Pfalz und jetzt die „Sebastian Kneipp Platz“-Einweihung.
Abschließend betonte Hassinger als Hauptintension des Kneipp-Vereins Bad Bergzabern, weitere Impulse zur Verbreitung der Kneippschen Lehre durch gezielte gesundheitsorientierte Aktivitäten zu geben.
Damit diese Aufgabe für Bürger und Gäste Frucht bringt, benötigen wir, so Hassinger, auch weiterhin die breitangelegte Unterstützung seitens der politischen Entscheidungsträger sowie von Handel und Gewerbe.
Kreisbeigeordneter Helmut Geißer, Schweigen-Rechtenbach, überbrachte die Grüße und guten Wünsche der Landrätin Theresia Riedmaier, die die Namensgebung als ausgezeichnete Idee bezeichnete.
Für Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer ist es nun endlich soweit, dass Sebastian Kneipp die ihm gebührende Resonanz finde, nachdem er bereits vor 100 Jahren große Spuren in Bergzabern hinterlassen habe. Die fünf Kneippschen Gesundheitselemente, die auf den Stelen im Kurpark beschrieben werden, passen auch ins 21. Jahrhundert. Das Tourismusbüro Südliche Weinstraße werde Kneipp zukünftig noch stärker in den Mittelpunkt seiner Werbung und Aktivitäten rücken, um der Prävention gesundheitspolitisches Profil zu geben.
Laut Bohrer verfügt Bad Bergzabern mit den hohen Prädikaten Heilbad und Heilklimatischer Kurort über unübertreffliche Alleinstellungsmerkmale.

In Vertretung der Kneippbund-Präsidentin Caspers-Merk war der Schatzmeister der Kneipp-Bewegung, 2. Bürgermeister Stefan Welzel, aus Bad Wörishofen angereist. Der Kneippbund Deutschland, so war zu vernehmen, zählt 160 000 Mitglieder in 600 Vereinen und ist damit die größte Gesundheitsorganisation in Europa.
Er freue sich, so Welzel, dass mit den jährlichen Kur-Touren nach Bad Wörishofen eine intensive Beziehungspflege zwischen den Kneipp-Heilbädern stattfinde. Dafür dankte er Reiseleiter Klaus Haas, der auch mit der Kneippbund-Geschäftsstelle in der Allgäuer Kurstadt regen Kontakt pflege.
Eingehend auf den historischen Ausspruch von Kneipp bei seinem Vortrag in Bergzabern „Hätte ich nicht in Wörishofen begonnen, hier hätte ich es tun müssen“ bemerkte Welzel humorvoll, dass Wörishofen ja wohl Glück gehabt habe, dass Kneipp zuerst dort gewesen sei. Die vielen aushängenden Wahlplakate in der Stadt inspirierten Welzel zu dem Bonmot „Wählen Sie Kneipp, dann liegen Sie immer richtig!“


Nach den diversen Begrüßungsreden und musikalisch-tänzerischen Einlagen schritten Stadtbürgermeister Harald Bratz und Kneipp-Vereinsvorsitzender Dr.Wieland Hassinger zur Enthüllungszeremonie am Kneipp Gedenkstein, assistiert von Klaus Haas, Hermann Bohrer, der Petronella und Stefan Welzel, Kneippbund Bad Wörishofen.

Klaus Haas